Ordination

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BEHANDLUNGSSPEKTRUM

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Hüftgelenk und Knie

Das Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist das stärkste Gelenk des Körpers. Drei starke Bänder sichern das Gelenk und dessen Kapsel und ermöglichen dadurch die Bewegungsfreiheitsgrade in allen Ebenen des Raumes. Das Hüftgelenk ist auch die Ansatzstelle von verschiedenen Muskeln, die das Becken gegen die untere Extremität stabilisieren.

Die enorme Beweglichkeit und die extrem hohe Belastung können zum Verschleiß des Hüftgelenks führen. Es entsteht die Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose), die unterschiedlich ausgeprägt ist und sich mit der Zeit verschlechtert. Es kommt zum Abrieb und Abbau des Gelenksknorpels und dadurch zu Schmerzen bei Bewegung.

In fortgeschrittenen Stadien kann es auch zu Ruheschmerzen und Nachtschmerzen kommen. Die Behandlung ist initial konservativ mit abschwellenden, nicht steroidalen Schmerzmitteln, danach aber kann nur eine prothetische Ersatzoperation helfen. Dabei werden sowohl die Hüftpfanne als auch der Oberschenkelkopf durch eine spezielle Prothese ersetzt. Die Schmerzen sind nach der Operation sofort weg, die Bewegungsfähigkeit wird nach einer Rehabilitationsphase deutlich besser und damit steigt auch die Lebensqualität.

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Hüftgelenksfrakturen

Beide Komponenten des Hüftgelenks (die Hüftpfanne und der Oberschenkelkopf und -hals) können durch entsprechende Gewalteinwirkung brechen. Hüftpfannenbrüche (Azetabulumfrakturen) kommen bei jüngeren Erwachsenen infolge von sogenannten Hochrasanztraumata bei Verkehrsunfällen (z. B. Motorradunfall) vor. Es handelt sich um lebensbedrohliche Situationen, weil auch andere lebenswichtige Organe verletzt sein können.

Schenkelhalsfrakturen

Der Oberschenkelknochen im hüftnahen Bereich kann in verschiedenen Abschnitten, je nach Richtung und Ausmaß der Gewalteinwirkung, brechen. In seltensten Fällen kann es zum Bruch des Oberschenkelkopfes (Kalottenfraktur) kommen.

Am häufigsten kommt es jedoch zu den sogenannten „Schenkelhalsfrakturen“, bzw. zu den sogenannten pertrochantären Frakturen (Abb.: von l. n. r.: pertrochantäre/mediale Schenkelhalsfraktur/Oberschenkelkopffraktur).

Die Behandlung dieser Frakturen erfolgt ausschließlich operativ. Eine konservative Therapie mit Streckverband ist aufgrund der langen Dauer und der hohen Komplikationen sowie sehr schlechten funktionellen Ergebnissen nicht indiziert. Der Streckverband wird heute manchmal noch zur Überbrückung der Zeit bis zur definitiven Operation zur Schmerzreduktion verwendet.

Je nach Alter der Patientin/des Patienten und der Frakturform werden diese Frakturen „gelenkserhaltend“ oder prothetisch versorgt. Allgemein gilt, je jünger die Patientin/der Patient, desto eher sollte eine gelenkserhaltende Operation durchgeführt werden. Bei verschobenen Schenkelhalsfrakturen muss jedoch auch bei jüngeren PatientInnen eine prothetische Versorgung vorgenommen werden.

Für die gelenkserhaltende Operation werden meistens Platten oder Schrauben bzw. deren Kombination verwendet. Eine weltweit gängige Methode stellt die sogenannte DHS (Dynamische Hüftschraube) dar.

Die pertrochantären Frakturen werden mit einem ähnlichen Prinzip versorgt. Zur Auswahl stehen neben Platten- und Schraubensystemen auch Marknägel, die in den Knochenmarkkanal eingebracht werden. Damit werden diese Art Frakturen übungsstabil versorgt, das heißt die PatientInnen können frühzeitig voll belasten.

Das Kniegelenk

Das Kniegelenk besteht aus dem Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein. Dieses Gelenk ist hauptsächlich durch Bänder gesichert. Einerseits sind es die Kreuzbänder (vorderes und hinteres Kreuzband), die das Kniegelenk zentral, das heißt von innen, stabilisieren. Die Seitenbänder (innen und außen) stabilisieren das Knie von der Seite. Die Menisken (Innen- und Außenmeniskus) haben eine Stoßdämpferfunktion.

Wir unterscheiden die Verschleißerscheinungen des Kniegelenks (Gonarthrose), die sich über Jahre hinweg entwickeln können. Sie beginnen mit Knochenmarksödem, Knorpelschäden und führen durch Fehlbelastung zu Meniskuseinrissen und sekundären Achsenfehlstellungen.

Die Diagnose beginnt mit Röntgenbildern und soll mit einer MRT-Untersuchung weitergeführt werden.

Knochenmarksödem (bone bruise)

Das Knochenmarksödem (KMÖ) ist ein zunehmend häufiger Befund bei der Abklärung schmerzhafter Knochen- und Gelenkprozesse mittels Magnetresonanz-tomografie (MRT). Nach Hofmann et al. (2006) wird das Knochenmarksödem heute in drei Gruppen unterteilt:

  • ischämisches KMÖ (Osteonekrose, Osteochondrosis dissecans, Morbus Ahlbäck und Morbus Sudeck CRPS)
  • mechanisches KMÖ (Kontusionen, Mikro- und Stressfrakturen, „bone bruise“)
  • reaktives KMÖ (Arthrose und Tumore)

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Neben einer konsequenten mechanischen Entlastung bzw. einer Entlastungsbohrung wurden bisher konventionelle Analgetika und das Prostazyklin-Analogon Iloprost eingesetzt. Dabei sind allerdings spezifische Nebenwirkungen und die stationäre Behandlung zu beachten. Reduktion von Übergewicht und Verbesserungen im Lebensstil (besonders Einstellen des Rauchens) sind wichtige begleitende Maßnahmen. Auch Bisphosphonate werden als eine mögliche Therapie bei KMÖ angewendet.

Verletzungen des Kniegelenks

Durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung können entweder die Binnenstrukturen (Kreuzbänder, Menisken, Seitenbänder, Knorpel) oder die Knochen verletzt werden.

Meniskusrisse

Die Menisken können je nach ihrer Beschaffenheit und Struktur und nach der Richtung der einwirkenden Gewalt isoliert oder kombiniert mit den Seitenbändern bzw. Kreuzbändern verletzt werden. Man unterscheidet verschiedene Rissformen.

Die basisnahen Risse (sog. Korbhenkelrisse) können im frischen Stadium bei jungen PatientInnen wieder angenäht werden. Die anderen Rissformen werden durch die Teilentfernung des eingerissenen Teils behandelt.

Seitenbandverletzungen

Diese Verletzungen werden selten isoliert beobachtet. In dem Fall können sie konservativ mit einer Schiene behandelt und sollen frühzeitig funktionell bewegt werden. Des öfteren kommen sie kombiniert mit Kreuzbandriss und/oder Meniskusriss vor.

Kreuzbandverletzungen

Der typische Verletzungsmechanismus besteht aus derDas vordere Kreuzband (VKB) wird am häufigsten entweder isoliert oder zusammen mit Seitenbändern und Menisken verletzt. Drehung des Oberschenkels bei fixiertem Unterschenkelund gleichzeitiger Beugung im Knie. Der Riss des VKB kommt in typischer Weise beim Skifahren und bei vielen Ballsportarten wie zum Beispiel Fußball vor.

Isolierte Risse des VKB können konservativ behandelt werden. Durch frühe Mobilisierung und konsequenten Muskelaufbau kann die Funktion des fehlenden VKB durch die Oberschenkelmuskulatur kompensiert werden. Die kombinierten Verletzungen werden in der Regel operativ behandelt.

Das durchtrennte VKB wird heute durch Muskelsehnen aus dem eigenen Körper ersetzt. Zwei Sehnen kommen am häufigsten zum Einsatz: die Sehne des M. semitendinosus und M. gracilis oder die Sehne des Oberschenkelstreckermuskels (Lig. patellae). Beide Methoden werden minimalinvasiv und arthroskopisch durchgeführt. Es werden am Schienbein und an der Oberschenkelrolle entsprechend dem Verlauf des VKB Bohrkanäle gesetzt, das Transplantat wird durchgezogen und mit verschiedenen Methoden wie zum Beispiel Schrauben fixiert.

Im Rahmen der Arthroskopie werden alle Abschnitte des Kniegelenks inspiziert, die Begleitverletzungen der Menisken repariert und das VKB mit entsprechender Methode ersetzt.

Kniegelenksfrakturen

Sowohl der Oberschenkelknochen als auch das Schien- und Wadenbein können im knienahen Bereich frakturieren. Nach entsprechender Abklärung mittels Röntgen und CT wird je nach Frakturform die Entscheidung in Richtung operative oder konservative Versorgung getroffen. Zeit spielt eine wichtige Rolle in der Prognose und im Gesamtverlauf der Behandlung. Die verletzte Patientin/der verletzte Patient gehört so rasch wie möglich in ein unfallchirurgisches Zentrum gebracht.